ECONVENT Esslingen

Umbau eines historischen Gebäudes zum Haus für Bildung, Tagungen, Seminare und Versammlungen


ECONVENT EsslingenBauherrin: Gemeinnützige Stiftung PRO humanitate
Haupt- und Nebennutzflächen: ca. 680 m2
Umbauter Raum: ca. 3.180 m2
HOAI: LP 1-9
Einweihung: Mai 2015

Geschichte des Hauses Ritterstraße 16 in Esslingen

1708 ist das Gebäude als eingeschossiges Haus in historischen Unterlagen erwähnt.
1847 wurde das Haus als städtischer Schlachthof genutzt.
1871 zog das städtische Eichamt in das Haus ein.
1873 erfolgte eine Aufstockung des Gebäudes.
1894 wurde das Haus als Frauenarbeitsschule genutzt.
1972 war die hauswirtschaftliche Berufsfachschule darin untergebracht.
1979 baute die Stadt Esslingen das Schulhaus in ein Bürohaus mit Beratungsräume für das Sozialamt um.
1980 wurde das Dachgeschoss ausgebaut.
2012 erwarb die gemeinnützige Stiftung PRO humanitate das Gebäude, das kurz zuvor in die Denkmalliste als Einzeldenkmal aufgenommen wurde.

Da das in unmittelbarer Nähe liegende Hotel ECOINN keine größeren Schulungs-, Tagungs- und Festräume hatte, beschlossen dessen Betreiber für diesen Zweck den Rückbau des Hauses in die ursprüngliche großzügige Aufteilung des ehemaligen Schulhauses. Das Denkmalamt setzte den Sanierungszeitraum auf das damalige Erscheinungsbild um 1900 fest (Restauratorische Farbuntersuchungen und Festsetzungen Herr und Frau Cabanis).

Bei Untersuchungen durch das Ingenieurbüro Rathgeb wurde festgestellt, dass ein ganzer Teil des Hauses nach den heutigen Vorschriften statisch völlig überlastet ist. Durch den Einbau eines Stahlgerüstes, welches das Holztragwerk entlastet, wurde das Problem mit erheblichem Aufwand beseitigt. Da das Gebäude in einer aufgeschütteten ehemaligen Flussaue des Neckars errichtet wurde, musste die Gründung des Stahltragwerkes, des Aufzugsschachtes und der Stahlbetonplatte für die Lüftungsanlage im Dachspitz, auf vielen kleinen Betonpfählen erfolgen, die bis zu zehn Meter in den Boden getrieben wurden. Dabei war es besonders wichtig, dass die historischen Türfutter etc. durch die Rohbauarbeiten im Inneren des Hauses nicht beschädigt wurden.

Ein weiteres Problem war der unzureichende Brandschutz der Decken und Unterzüge des Hauses. Gelöst wurde es, indem das ganze Haus mit einer Brandmeldeanlage ausgestattet wurde, die direkt auf die Esslinger Feuerwehr aufgeschaltet ist (Brandschutzkonzept fritzen 28, Herr Schulze). Die Materialprüfungsanstalt Dresden fertigte ein Gutachten an, das besagte, dass die vorhandenen Decken, gefüllt mit Spreu und Lehmschutt, geleert werden müssen, oder die Decken komplett mit Feuerschutzplatten zu verkleiden sind. Dagegen wehrte sich das Denkmalamt. Das wollte die Unterdecken im originalen Zustand erhalten. Somit wurden die Decken von oben geöffnet und große Teile der elektrischen Installationen in den Hohlraum der Decke untergebracht. Dabei entdeckten wir einige Holzbalken, die gebrochen waren und durch neue (bis zu 6 m lang) ersetzt wurden.

Zu guter Letzt wünschten die Betreiber des Hauses den Einbau einer Lüftungsanlage und eines neuen Fischgrätparkettfußbodens aus Eiche auf einer Fußbodenheizung (Energieberatung Architekturbüro Brutsch). Beheizt wird das Haus über eine Wärmepumpe, die aus dem am Haus vorbei fließenden Roßneckarkanal über einen Wärmetauscher die Energie dem Flusswasser entnimmt. Den elektrischen Strom für den Betrieb der Wärmepumpe und die LED-Beleuchtung liefert die Turbine im angeschlossenen, naheliegenden Hotel ECOINN.

Webseite des ECONVENT: econvent.net